Spatenstich im Steingut-Quartier
Artikel: „Die Norddeutsche“ vom 11.03.2026
Auf dem Areal entsteht mit Solitär II ein Hochbau mit 62 geförderten Mietwohnungen
Grohn. Riesige Haufen Sand und Kies ragen auf dem rund zehn Hektar großen ehemaligen Industriegelände der Norddeutschen Steingut AG in die Höhe, und auch ein hoher Kran und Bagger stehen bereit. Mit dem Spatenstich für den Hochbau Solitär II erhält eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte in Bremen-Nord einen neuen Schub: Auf der Industriebrache in Grohn entsteht ein modernes, gemischt genutztes Viertel, das Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden soll. Der Nutzungsmix soll aus frei finanzierten und öffentlich geförderten Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, zwei Kindergärten, gewerblichen Mietflächen, Pflege und Gastronomie bestehen.
Die Geschäftsführer der Investorengemeinschaft Steingut Projekt, Thorsten Nagel und Olaf Mosel, feierten den Beginn des Bauvorhabens Solitär II gemeinsam mit Özlem Ünsal (SPD), Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, und zahlreichen Gästen. „Der Bremer Norden bleibt in Bewegung“, versichert Özlem Ünsal, „und das Steingut-Quartier ist Bestandteil des Bremer Wegs, der bezahlbaren und klimagerechten Wohnraum schaffen soll.“ Das neue Quartier gehöre aber auch zum übergeordneten Konzept der Produktiven Stadt, mit dem Raum für vielfältige Arten von Arbeitsplätzen in enger räumlicher Nähe zu Wohnen, Bildung, Kultur, Versorgung und Freizeit geschaffen wird. „Ursprünglich war auf dem Gelände nur Gewerbe geplant, doch wir haben durchgesetzt, dass auch bezahlbarer Wohnraum entstehen wird“, sagt die Senatorin.
Mit dem Hochbauprojekt im Steingut-Quartier sollen 62 geförderte Mietwohnungen auf 3750 Quadratmetern entstehen. Die Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen haben Größen zwischen 40 bis 75 Quadratmetern und sollen Ende 2027 bezugsfertig sein. Jede Wohnung wird mit einem Balkon ausgestattet und im Erdgeschoss mit einer Terrasse. „Anschließend wird das Solitär IV gebaut, und zusammen mit Solitär II werden insgesamt 100 neue Wohneinheiten entstehen“, sagt Geschäftsführer Thorsten Nagel. Die neue Kita soll gleichfalls im Jahre 2027 fertig werden.
„Der Standort von Solitär II wird das Zentrum des Quartiers bilden“, sagt Thorsten Nagel. Er sei froh, dass in schwierigen Zeiten dieses Projekt realisiert werden konnte.
Projektentwickler Olaf Mosel nutzt anlässlich des Spatenstichs für Solitär II die Gelegenheit, auf die vergangenen sechs Jahre zurückzublicken: „Im Jahre 2018 stand das Grundstück der Steingut-AG zur Disposition, doch viele ungenutzte Gebäude und Lagerräume mussten beseitigt werden“, führt er aus. Im Jahre 2020 wurde die Steingut-Projektentwicklungs-AG gegründet, zwei Jahre später wurden dem Vorhaben unerwartete Steine in den Weg gelegt: „Zuschüsse wurden gestrichen, der Ukraine-Krieg begann, und die Baukosten explodierten“, sagt Olaf Mosel.
Im Jahre 2023 entschied sich der Armaturenhersteller Gestra , den alten Standort in Bremen-Findorff zu verlassen und auf dem ehemaligen Steingut-Gelände einen neuen Unternehmenssitz zu errichten. „Damit musste die Hälfte des Quartiers planerisch neu gedacht werden“, sagt Olaf Mosel und führt weiter aus: „2024 begannen dann die Abbrucharbeiten, wobei die riesige Menge von 75.000 Tonnen bewegt werden musste. Im Sommer 2025 starteten dann die ersten Erschließungsmaßnahmen und Hochbauaktivitäten, und erst in diesem Jahr kam die Hochbaugenehmigung für Solitär II.“ Ursprünglich waren 4500 Quadratmeter für eine Grundschule reserviert, doch laut der Stadt Bremen besteht für sie kein Bedarf. Was aus diesem Grundstück wird, könne Geschäftsführer Thorsten Nagel derzeit nicht sagen. Insgesamt habe sich aber an der Bauplanung wenig geändert. Das erste Projekt des Quartiers, die Kita Süd an der Schönebecker Straße, soll in Kürze fertiggestellt und im Mai an den Betreiber Hans Wendt gGmbH übergeben werden.
Jörn Hildebrandt
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