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Bremen-Aumund
Neuer Käufer springt ein

M-Projekt übernimmt DRK-Gebäude, nachdem der ursprüngliche Interessent abgesagt hat

Aumund-Hammersbeck. Für Gruppen, die sich im Begegnungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Meinert-Löffler-Straße in Aumund treffen, könnte es jetzt einen Aufschub geben. Der künftige neue Besitzer, der Projektentwickler und Bauträger M-Projekt, hat angekündigt, dass Gruppen, die noch keine neue Unterkunft gefunden haben, das Haus vorübergehend weiter nutzen können. Anders als das DRK es im November vermittelt hat, ist das Gebäude noch nicht verkauft worden. Der ursprüngliche Kaufinteressent hat sein Angebot in diesem Jahr zurückgezogen.

Nun springt M-Projekt als Käufer ein. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr bereits ein erstes Kaufangebot abgegeben. Es gab dann jedoch keine weiteren Verhandlungen. Erst kürzlich sei das DRK wieder auf M-Projekt zugekommen und habe angefragt, ob noch Interesse an einem Kauf besteht, sagt Olaf Mosel, geschäftsführender Gesellschafter von M-Projekt.

Konkrete Pläne für Haus und Grundstück seien noch nicht spruchreif, so Mosel. „Aber wir werden sicherlich für unsere Planungen noch einige Zeit benötigen und werden mit den Nutzern auskömmliche Lösungen finden.“ Vorübergehend könnten sich die Gruppen bei Bedarf also weiterhin in den Räumen treffen. „Wir werden das im persönlichen Gespräch klären und den jeweiligen Zeitraum individuell absprechen“, sagt Mosel. Seinen Angaben nach wird der Kaufvertrag mit dem DRK kurzfristig unterzeichnet.

Wie berichtet, hatte das DRK den Nutzern, darunter sind unter anderem mehrere Senioren-Gruppen und der Schachklub Bremen-Nord, im November zunächst nur durch einen Aushang im Haus mitgeteilt, dass die Begegnungsstätte geschlossen wird. Gegenüber unserer Zeitung hatte Bernd Blüm, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Bremen, im November angegeben, dass die Begegnungsstätte sich finanziell nicht selbst getragen habe. „Wir haben sie lange am Leben gehalten und viel Geld reingesteckt. Aber jetzt haben wir einen Käufer gefunden und mussten das realisieren.“

Nach Kritik an der Kommunikation seitens des DRK, unter anderem durch den Beirat Vegesack, und auf Fragen nach den Plänen für das Haus hatte Blüm auf eine Absprache mit dem neuen Eigentümer verwiesen. Der Name und die Zukunftspläne sollten seinen Worten nach aufgrund dieser Absprache nicht genannt werden. Wie Blüm jetzt auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, ist der ursprüngliche Kaufinteressent zurückgetreten, weil er eine gewerbliche Nutzung anstrebte, die Baupläne jedoch eine soziale Nutzung vorgeben. Die betroffenen Gruppen haben seit November indes unter viel Druck versucht, eine neue Bleibe zu finden. Laut Blüm können sie noch bis Mai im Haus bleiben. „Danach müssen sie sich dann mit dem neuen Eigentümer einigen und gegebenenfalls einen neuen Mietvertrag abschließen.“ Die DRK-Pflegegesellschaft und die DRK-Migrationsberatung sind laut Blüm inzwischen an die Stader Landstraße in Burgdamm umgezogen. Für die DRK-Kleiderkammer sei bisher jedoch noch keine Lösung gefunden worden.

Tanja Sliwinski, die erst im August vergangenen Jahres die Leitung der DRK-Begegnungsstätte übernommen hatte und inzwischen für den privaten Pflegeanbieter Convivo Bremen-Nord arbeitet, hat einigen Gruppen Räume im Convivo Ambulant Servicebüro an der Blumenhorster Straße vermittelt.

„Ab dem 3. Februar treffen sich hier insgesamt sechs Gruppen, die ursprünglich im Begegnungszentrum waren“, sagt Sliwinski. Zwei Bingo-Gruppen, zwei Gesangsgruppen und jeweils eine Kartenspiel-, eine Näh- und eine Strickgruppe ziehen an die Blumenhorster Straße um. In der Begegnungsstätte ist jeweils einmal im Monat auch Frühstück und Mittagessen für Senioren angeboten worden. Auch diese Treffen sollen nun künftig am Standort des Convivo Ambulant Servicebüros stattfinden. „Die Ehrenamtlichen, die das auch bisher organisiert haben, starten das Angebot dort voraussichtlich im März“, kündigt Sliwinski an. Das Frühstück soll wie bisher an jedem zweiten Donnerstag im Monat stattfinden. Das Mittagessen an jedem ersten Donnerstag im Monat. Weitere Informationen gibt Tanja Sliwinski unter der Telefonnummer 04 21 / 6 09 20 20.

Was aus den anderen Gruppen geworden ist, beispielsweise denen, die sich zum Aquarellmalen und zum Sport getroffen haben, weiß Tanja Sliwinski nicht. Auch der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands kann nicht sagen, ob die Gruppen bereits neue Räume gefunden haben und ob es von einigen der Nutzer Interesse daran gibt, das Haus an der Meinert-Löffler-Straße noch länger zu nutzen. „Das muss jede Gruppe für sich selbst entscheiden“, so Blüm.

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